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Reality or Not

Artists

C.B. Evans

Press release

Die künstlerische Praxis von C.B. Evans beschäftigt sich mit den Strukturen der digitalen Welt und ihren Auswirkungen auf unsere Gegenwart. Anstatt diese Strukturen durch Abstraktion oder Entfremdung zu betrachten, wenden sich C.B. Evans Filme, Installationen, Skulpturen und Collagen dem intimen Terrain menschlicher Emotionen zu und untersuchen deren Wert und unvermeidliche Auflehnung, wenn sie mit ideologischen, physischen und technologischen Strukturen in Berührung kommen. Das Werk greift die Momente auf, in denen Emotionen ins Stocken geraten, sich widersetzen oder im Angesicht solcher Kräfte eine neue Form finden. Mit einem Stilmix aus Animationstechniken, inszenierten Spielfilmsequenzen und Found Footage stellen Evans’s Filme das Erzählen in den Mittelpunkt. Politik, Literatur, Kino und Popkultur dienen als Einstiegspunkte in spekulative Narrative. Evans’s erste Einzelausstellung in Berlin dreht sich um den Film Reality or Not (2023), der die Produktion von Realität unter Bedingungen untersucht, die durch Unterhaltungs-, Algorithmus- und Bildökonomien geprägt sind – allesamt im Wettbewerb um die Kontrolle über das Narrativ. Reality or Not begleitet eine Gruppe von SchülerInnen aus einem Vorort nördlich von Paris. Sie werden von einem amerikanischen Produzenten eingeladen, an einer Reality-TV-Show teilzunehmen, beginnen jedoch zunehmend, ihre eigene Realität abzulehnen. Ihre Geschichte der Radikalisierung wird vom Produzenten selbst (C.B. Evans) beeinflusst und von ihrer ehemaligen Lehrerin (Alexandra Stewart) erzählt. Gleichzeitig entwickeln die Jugendlichen eine Praxis des sogenannten „World Jumping“, durch die sich der Film zwischen verschiedenen Realitätsebenen bewegt. Neben dieser Gruppe entfaltet der Film zahlreiche weitere miteinander verbundene Geschichten: von einem ehemaligen Star der Real Housewives, der zur Hackerin wird und versucht, den Internationalen Währungsfonds anzugreifen, bis hin zu einer Gruppe fehlerhafter digitaler Abbilder einer virtuellen Influencerin, die sich zu einem Arbeiter*innenkollektiv zusammenschließen. Der 35-minütige Film im Schinkel Pavillon verbindet scharfen Humor mit präzisen Beobachtungen der Gegenwartskultur. Verführerische Bilder stehen dabei den komplexen Ideen des Films gegenüber und ziehen das Publikum in die verschiedenen Realitäten hinein, die sich im Verlauf der Arbeit entfalten. „No you, no me, no storylines“. Koproduzenten: Fondazione MAST & Museo d’Arte Moderna di Bologna, Bologna; Lafayette Anticipations, Paris; Singapore Art Museum, Singapur; Le Fresnoy, Tourcoing Unterstützung durch: School of Digital Arts (SODA), Manchester Zusätzliche Unterstützung durch: Musée du Louvre, Paris; Aéroport de Paris-Charles-de-Gaulle, Roissy-en-France; Arts at CERN, Genf; DAC Créteil in Zusammenarbeit mit dem Lycée Suger, Saint-Denis; LAYR, Wien; Chateau Shatto, Los Angeles Die Ausstellung wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Schinkel Pavillon dankt außerdem der Clemens Leopold Sammlung. Besonderer Dank gilt der „classe des arts-plastiques” des Lycée Suger, unter der Leitung von Sandra Murail.

From
12 June 2026
Venue
Schinkel Pavillon
Address
Oberwallstraße 32
10117 Berlin
Hours
Thu-Fri: 14:00-19:00, Sat-Sun: 11:00-19:00