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A Trip To The Coast

Artists

Eva Robarts

Press release

Dritte Einzelausstellung der Künstlerin in der Galerie Berthold Pott, Köln, eröffnet im Rahmen der DC Open am 4. September 2026. Mit A Trip To The Coast präsentiert die Galerie Berthold Pott im Rahmen der diesjährigen DC Open die dritte Einzelausstellung der amerikanischen Künstlerin Eva Robarts (*1982, Miami; lebt und arbeitet in Brooklyn, New York). Die Ausstellung vereint neue Arbeiten aus der Werkreihe Weavings mit Malereien, Zeichnungen sowie einer erstmals gezeigten Videoarbeit und gibt einen konzentrierten Einblick in eine skulpturale Praxis, die Materialität, Erinnerung und Transformation in ein vielschichtiges Spannungsverhältnis setzt. Der Ausgangspunkt von Eva Robarts' Arbeiten liegt im Sammeln urbaner Fundstücke. Auf ihren Streifzügen durch New York, Miami und andere Städte sammelt sie Objekte, die bereits von der Gesellschaft aussortiert wurden: Fahrräder, Zaunelemente, Bälle, Besenstiele oder Materialien aus Haushaltsauflösungen und Renovierungen. Es sind Relikte des Alltags, deren Gebrauchswert erschöpft scheint und die im öffentlichen Raum als Überreste einer permanenten materiellen Zirkulation erscheinen. Robarts versteht diese Objekte jedoch nicht als Readymades im klassischen Sinne, sondern als Material mit eigener Geschichte und spezifischer physischer Präsenz. Im Atelier unterzieht sie die Fundstücke einem offenen Prozess des Zerlegens, Schneidens, Verspannens, Verwebens und Neuarrangierens. Aus diesem dialogischen Umgang mit dem Material entstehen mehrschichtige skulpturale Gefüge, in denen Konstruktion und Improvisation, Ordnung und Unordnung, Fragilität und Widerständigkeit gleichermaßen wirksam bleiben. Im Zentrum der Ausstellung stehen neue Arbeiten der Werkreihe Weavings. Aus ausrangierten Besenstielen entwickelt Robarts reliefartige Wandarbeiten, deren verflochtene Struktur gleichermaßen an textile Gewebe, architektonische Raster und konstruktive Zeichnungen erinnert. Das Weben wird hier nicht als textile Technik verstanden, sondern als bildhauerisches Verfahren, das Volumen, Oberfläche und Raum miteinander verschränkt. Die überwiegend aus Metall und Kunststoff bestehenden Besenstiele tragen die Spuren ihrer früheren Verwendung und Gebrauch sichtbar in sich. Verformungen, Rost, abgeplatzte Lackierungen und Materialermüdungen werden nicht kaschiert, sondern als integrale Bestandteile der skulpturalen Komposition lesbar. Die physische Widerständigkeit des Materials bleibt jederzeit präsent; sie wird nicht überwunden, sondern produktiv gemacht. Gerade aus dieser Spannung zwischen formaler Ordnung und materieller Eigenwilligkeit beziehen die Arbeiten ihre besondere Präsenz. In den Weavings verschränken sich lineare Rhythmen, Verdichtungen und Öffnungen zu räumlichen Feldern, die zwischen Relief, Skulptur und Zeichnung oszillieren. Die Werke entfalten eine eigentümliche Balance aus konstruktiver Strenge und improvisatorischer Offenheit und laden den Blick dazu ein, den eingeschriebenen Bewegungen des Materials zu folgen. Robarts' Arbeiten reflektieren grundlegende Fragen nach Wert, Nutzung und Zirkulation von Dingen innerhalb einer von Konsum geprägten Gesellschaft. Indem sie ausrangierte Materialien aus ihrem ursprünglichen Funktionszusammenhang löst und in neue ästhetische Konstellationen überführt, verschiebt sie deren Bedeutung. Das scheinbar Wertlose wird zum Träger materieller Erinnerung; Gebrauchsspuren werden zu Bildträgern von Zeit, Erfahrung und Transformation. Ihre Skulpturen eröffnen damit einen poetischen wie zugleich präzisen Blick auf die Biografien von Dingen und auf die Prozesse, durch die Bedeutung kontinuierlich neu erzeugt wird. Ergänzt werden die Weavings durch aktuelle Malereien und Zeichnungen, in denen sich Fragen nach Linie, Struktur und räumlicher Organisation auf der Fläche fortsetzen. Eine erstmals präsentierte Videoarbeit erweitert die Ausstellung um eine zeitbasierte Perspektive und macht den performativen Charakter von Robarts' Arbeitsprozess sichtbar. Eva Robarts (*1982, Miami) lebt und arbeitet in Brooklyn, New York. Sie studierte Bildhauerei am Pratt Institute in Brooklyn. Ihre Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, darunter in der Kunsthalle Bremerhaven, dem Brooklyn Sculpture Park, Nicola Vassell (New York), The Hole (New York), Primary Projects (Miami), der Post-Morrow Foundation (Brookhaven, NY), Keteleer Gallery (Antwerpen), der Frédéric de Goldschmidt Collection (Brüssel) sowie mehrfach in der Galerie Berthold Pott, Köln. Eröffnung: 4. September 2026, 18 Uhr (DC Open) Ausstellung: 4. September – 14. Oktober 2026

From
04 September 2026
Venue
Berthold Pott
Address
Innenhof / Courtyard, Widdersdorfer Str. 185
50825 Cologne
Hours
Tue-Wed: by appointment, Thu-Fri: 13:00-18:00, Sat: 12:00-16:00